Ein Leben für die Fußballjugend

rahmer

Plettenberg. (mau) Der Fußballkreis Lüdenscheid trauert um Werner Rahmer (*13.02.1926 †03.05.2006). Der besonders um die Fußballjugend verdiente Funktionär, dekoriert mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), verstarb am Mittwoch im Alter von 80 Jahren. Mehr als ein halbes Jahrhundert engagierte sich Rahmer in seinem Stammverein, der Sportvereinigung Plettenberg 1911, und im Fußballkreis Lüdenscheid in unterschiedlichsten Ehrenämtern. Erst als 75-Jähriger trat der Mann mit der unvermeidlichen Helmut-Schön-Mütze im März 2001 nach 28 Jahren vom Amt des Kreisjugendobmanns (KJO) zurück. Peter Wolf, der Kreisvorsitzende des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW), ernannte ihn zum Ehren-KJO.

Und weil der überzeugte Schalke-Fan Rahmer bei seinem Ausscheiden bereits alle Auszeichnungen besaß, die DFB und FLVW zu verleihen haben, schenkte ihm der Kreisvorstand zum Dank eine Reise zum DFB-Pokalfinale, Schalke 04 gegen Union Berlin, 2:0 - für ihn mindestens ebenso wertvoll wie noch eine Ehrung. . .

1938, mit 12 Jahren, wurde Werner Rahmer Mitglied der Spvg 1911. Die Elsewiese wurde zu seinem zweiten Zuhause. Als Aktiver auf dem Platz war Rahmer keine "Leuchte". Als Aktivposten am Rand, als Strippenzieher und Gönner wurde er indes über Jahrzehnte für den Verein unersetzlich. Als Mitglied des Jugendausschusses seit 1950 bewegte er zusammen mit seinem Freund Konny Herrmann (†) viel für den und mit dem Spvg-Nachwuchs.
1969 wurde Rahmer Jugendleiter. Gleichzeitig war für "seine" Schwarz-Weißen, die ihn 1992 zum Ehrenmitglied ernannten, als Schiedsrichter tätig. Nur einmal, Anfang der 90er Jahre, bekleidete er ein Amt, in dem er nicht allein der Jugend diente - als er zum 2. Spvg-Vorsitzenden gewählt wurde. Lieber hätten ihn die Mitglieder in der Rolle des Vorsitzenden gesehen, doch konnte Rahmer dies nicht mit seinem Engagement im Fußballkreis unter einen Hut bringen.

1992, als die Spvg 1911 mit anderen drei Vereinen zum heutigen SC Plettenberg fusionierte, war das Kapitel Vorstandsarbeit auf Vereinsebene für ihn ohnehin erledigt.
Ab 1953 gehörte Rahmer dem Kreisjugendausschuss als Beisitzer an. Er wurde Stellvertreter des damaligen KJO Heckmann (Lüdenscheid), trat nach dessen Tod 1973 selbst in die erste Reihe.

Als Fachmann von allen respektiert
In den folgenden 28 Jahren wurde Rahmer als Fußballfachmann respektiert, selbst wenn er unpopuläre Entscheidungen treffen musste. Aus dem "roten Buch" des FLVW kannte er jeden Paragrafen aus dem Eff-Eff. "KJO - das ist wahrlich nicht die dankbarste Aufgabe", sagt Hardy Jecksties, lange Weggefährte Rahmers im FLVW-Kreisvorstand. "Da stehst du oft zwischen allen Stühlen."

Beruflich betrieb der gelernte Industriekaufmann ein Handelsunternehmen im Oestertal, das er an seine Tochter weitergab. Neben dem Fußballer gab es auch den Schützen Werner Rahmer: 2001 wurde er nach 50 Jahren Vereinszugehörigkeit zum Ehrenmitglied der Plettenberger Schützengesellschaft ernannt.

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